Lampenfieber – Redeangst – Vortragsangst

Was ist Lampenfieber?

Lampenfieber und RedeangstIn den Medien wird der Begriff Lampenfieber oft in Verbindung mit künstlerischen Auftritten verwendet, bei denen Musiker, Schauspieler oder Comedians auf einer Bühne eine Performance darbieten (und dabei von den Lampen auf der Bühne beleuchtet werden). Menschen die unter Lampenfieber leiden, zeigen dabei individuelle Begleiterscheinungen, je nachdem, wie stark das Lampenfieber ausgeprägt ist.

Ein gewisses Maß an Lampenfieber ist sogar wünschenswert, da es die Person aktiviert und somit zu einem guten Auftritt beitragen kann. Problematisch wird das Lampenfieber erst dann, wenn es so stark ausgeprägt ist, dass die ganze Performance massiv darunter leidet.

Die vielen Gesichter von Lampenfieber und Redeangst

Bei manchen Menschen treten die Symptome schon bei kleinen Gruppen auf, bei anderen nur bei Auftritten vor grösseren Menschenansammlungen. Bei einigen Betroffenen ist das Vortragen vor bekannten Menschen sehr belastend, bei anderen eher bei Darbietungen vor unbekannten Personen. Das Lampenfieber kann sich auch verschlimmern, wenn in der Situation starker Leistungsdruck präsent ist und es „wirklich darauf ankommt“, Autoritätspersonen zugegen sind, oder z.B in einer Fremdsprache präsentiert wird. Bei ausgeprägterer Angst vor Auftritten spricht man eher von Präsentationsangst, Redeangst oder Sprechangst.

Redeangst wird diagnostisch im Rahmen einer sozialen Phobie oder auch als isolierte, spezifische Phobie eingeordnet, wenn die Angst auf Vortragssituationen beschränkt ist. Daher ist eine individuelle Analyse der Symptomatik vor Beginn der eigentlichen Therapie immer wichtig. Typische Begleiterscheinungen der Redeangst zeigen sich auf verschiedenen Ebenen:

  • körperlich in Form von Nervosität und innere Unruhe, Zittern der Hände, Herzklopfen oder Herzrasen, Schwitzen, „Frosch im Hals“, Zittern in der Stimme, flaues Gefühl im Magen, Mundtrockenheit
  • gedanklich dahingehend, dass sich Gedanken und Bilder des Misslingens der Rede aufdrängen (z.B. sich lächerlich machen, heftige Kritik einstecken), Grübeln und permanentes geistiges „Durchspielen“ des Auftritts, evtl. auch Black-out, sehr selbstkritische Gedanken vor oder nach dem Auftritt
  • emotional in Form von starker Unsicherheit, Angst vor oder während des Auftritts bis hin zu Panik

Die Folgen von Redeangst und Co.

Es gibt zur Beschreibung der Angst vielfältige Begrifflichkeiten, die oft Verwendung finden. So wird neben der Bezeichnung Lampenfieber oder Redeangst auch von Sprechangst, Vortragsangst oder Präsentationsangst gesprochen. Vor allem die schweren Formen der Angst sind gleichermassen einschneidend, aus folgenden Gründen:

  • Die Ängste können die berufliche Entwicklung massiv hemmen und das berufliche Voranschreiten sogar gänzlich verhindern
  • Menschen mit diesen Ängsten können nicht ihr volles Potenzial und Ihre Fähigkeiten abrufen, da sie intensiv mit der Beherrschung der Angst beschäftigt sind
  • Die Entwicklung der Persönlichkeit, mitsamt der eigenen Kreativität wird gehemmt und kann sich nicht frei entwickeln und entfalten

Insbesondere bei der Redeangst kann die Intensität der Angst im Vergleich zum Lampenfieber noch viel stärker ausgeprägt sein. Betroffene erleben schon Tage vor der Redesituation Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen und geraten allein schon bei dem Gedanken an das Reden vor Menschen in Panik. Daher ist der Wunsch, diese Situationen wenn möglich komplett zu vermeiden noch viel grösser als beim Lampenfieber.

Die Vortragsangst oder Redeangst  führt manchmal dazu, dass die Präsentationssituationen vermieden werden, so dass die als sehr belastend erlebten Ängste gar nicht mehr auftreten. Diese Strategie ist aber leider nur kurzzeitig wirksam und kann die psychologischen Ursprünge und Auslöser der Beschwerden nicht auflösen. Aber wer möchte sich nicht frei vor anderen Menschen äussern können, in Diskussionen überzeugen, seine Meinung vertreten und öffentlich Stellung beziehen?

Psychotherapie und Coaching der Redeangst

Mit den Mitteln der kognitiven Verhaltenstherapie in Kombination mit gezielten Strategien des Coaching, die Sie während einer Präsentation anwenden können, sind diese Ängste sehr gut zu behandeln. Besonders bewährt hat sich in der Praxis auch eine Kombinationstherapie mit Hypnotherapie. Denn mit den Mitteln der Hypnoanalyse können die Lebens- und Lernerfahrungen, die zur Entwicklung der Angstthematik geführt haben, gezielt gefunden werden und in der Hypnose bearbeitet werden. Dadurch lässt sich die Angst im Rahmen einer Kurzzeittherapie mit Hypnose erfolgreich lindern oder sogar ganz auflösen. Gleichzeitig ist innerhalb der Behandlung eine Selbstwertsteigerung anzustreben, da die beschriebenen Ängste ursprünglich sehr oft mit einem reduzierten Selbstbewusstsein in Verbindung stehen.